Überflüssiges Hotelzimmer…

Eigenartig, wenn man in der Stadt, in der man lebt, ein Hotelzimmer bezieht. Ich bin zu einer dreitägigen Veranstaltung eingeladen, Übernachtung inklusive. Mit leichtestem Gepäck fahre ich durch die Stadt, checke ein im Hotel ETH Zürich, (es schreibt sich nicht wirklich so… irgendetwas mit Hotel Zürich, glaube ich). Das Bett ist gross und weich und weiss, und das Ganze kommt mir leicht unwirklich vor. Ohnehin hege ich eine Hassliebe zu Hotels. Nichts trauriger als ein Abend allein in einer Hotelbar, kaum etwas gespenstischer als die Flure eines leeren Hotels. Ich sitze in der Lobby und freue mich, bekannte Gesichter wiederzusehen. Auch das von…- nun nenne wir ihn den Professor. Mit lachenden Augen und verwirrtem Haar kommt er auf mich zu. Er hat sich erst spät zur Teilnahme entschliessen können und deshalb kein Zimmer mehr im Hause bekommen. Nun- es wäre eine Schande, ihm jetzt nicht mein Zimmer anzubieten, um sich dort ein wenig frisch zu machen.  Als ich spät nachts ins Hotelzimmer zurückkehrte, war das Bett ordentlich zugedeckt, auch wenn man sah, dass jemand darauf oder darin gelegen hatte. Als ich mich selbst schlafen legen wollte, entdeckte ich, dass ein Badetuch über das Laken gebreitet war. Ich nahm es weg und erstarrte: das Laken war dreckig. Nicht etwa grau von schmutzigen Füssen, sondern braun. Braun verschmiert. Unmöglich konnte ich in diesem Bett schlafen. Ich zog mich wieder an und floh- ich fuhr nach Hause. Mit Scham malte ich mir aus, was das Zimmermädchen über mich denken würde… Das hatte ich nun von meinem überflüssigen Hotelzimmer…

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